„Nachhaltige regionale und globale Strategien zum Umgang mit globalem Klimawandel – von Umweltschutz und verantwortungsvoller Landnutzung im Alpenvorland und weltweit“

Veranstaltung 25. Mai 2026

Ferienakademie in Kochel am See, 25.–29. Mai 2026

Hast du schon mal erlebt, neues Wissen an einem wunderschönen Urlaubsort zu sammeln? Genau das durften wir, die Teilnehmer des Seminars in Kochel, vom 25. bis 29. Mai erfahren. Am Rande der Alpen, umgeben von einer malerischen Bergkulisse, liegt die Georg-von-Vollmar-Akademie in Bayern, wo unsere Ferienakademie zum Thema „Regionale Strategien im Umgang mit globalem Klimawandel" stattfand. Sie bot nicht nur Raum für einen spannenden Wissensaustausch, sondern auch atemberaubende Landschaften.

Dieses Seminar wurde dort in Kooperation mit STUBE Niedersachsen, STUBE Rheinland-Pfalz/Saarland und STUBE Rheinland organisiert. Sie haben nicht nur die gesamte Organisation hervorragend durchgeführt, sondern sich auch darum gekümmert, hochinteressante Gäste einzuladen, passende Themen zu finden und diese verständlich zu vermitteln sowie die Teilnehmer die ganze Woche über täglich zu betreuen. Für uns war das von Vorteil, da wir dadurch neue Studierende kennenlernen konnten, die aus anderen Bundesländern kommen.

Im Folgenden möchte ich einen kurzen Überblick darüber geben, wie unsere Seminarwoche verlaufen ist, und wer weiß, vielleicht mache ich dich damit neugierig, sodass du beim nächsten Mal selbst mit dabei bist.

Wie üblich haben wir mit einer Kennenlernrunde begonnen, die direkt in eine Gruppenarbeit überging. Anschließend gab es eine Einführung in das Thema des Seminars, welches heutzutage von großer Aktualität ist. Unsere nächste Diskussionsrunde war die Einstimmung in das transformative Lernen: „In Zeiten der Klimakrise: Globale Entwicklungen, lokale Auswirkungen".

Am nächsten Tag wurden wir vom Personal der Akademie herzlich begrüßt. Dabei erfuhren wir nicht nur einiges über die Akademie selbst, sondern auch über die Stadt und ihre lokalen Besonderheiten – und zwar direkt aus erster Hand von Einheimischen, was der ganzen Sache noch einmal eine persönliche und authentische Note verlieh.

Direkt im Anschluss ging es mit unserer Gruppenarbeit weiter. Darin beschäftigten wir uns intensiv mit den Folgen des Klimawandels in unterschiedlichen Ländern und Regionen, die jeweils in verschiedenen Klimazonen liegen. Wir betrachteten die jeweiligen Herausforderungen, verglichen sie miteinander und stellten unsere Ergebnisse anschließend der gesamten Gruppe vor. Besonders spannend fand ich dabei, wie unterschiedlich sich der Klimawandel je nach Klimazone auswirkt, ich persönlich habe durch den Austausch mit Studierenden aus anderen Klimazonen sehr viel Neues gelernt und ganz neue Perspektiven auf das Thema gewonnen.

Am Nachmittag stand dann eine Exkursion ins Lainbachtal in Benediktbeuern auf dem Programm. Dort konnten wir bereits jetzt sichtbare Folgen des Klimawandels im Alpenvorland mit eigenen Augen erkennen und vor Ort gemeinsam diskutieren, welche Auswirkungen diese Veränderungen auf die Gesellschaft haben. Zwischendurch gab es zudem immer wieder Quizfragen, weshalb man aufmerksam zuhören musste und nicht nur die Natur genießen sollte. Neben all den fachlichen Eindrücken kam aber auch die Natur selbst nicht zu kurz: Ein kleiner Wasserfall, an dem wir vorbeikamen, blieb uns natürlich nicht unbemerkt, sorgte für einen wunderschönen Moment.

Und jetzt zu meinem persönlichen Highlight, die Moorlandschaft zu entdecken. Nach einem leckeren Frühstück fuhren wir ins Wettersteingebirge in den Bayerischen Alpen. Das Murnauer Moos ist ein einzigartiges Naturschutzgebiet im südlichen Bayern, und wenn man nach rechts schaut, taucht plötzlich die Zugspitze auf, der höchste Berg Deutschlands.

Zwei wissenschaftliche Mitarbeiterinnen aus einer Forschungsgruppe an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf, die sich mit der Erforschung der Moore beschäftigt, haben uns begleitet und uns sehr viele interessante Sachen über Moore erzählt. Wie helfen Moore eigentlich gegen den Klimawandel? Moore speichern mehr Kohlenstoff als alle Wälder zusammen. Was passiert, wenn ein Moor austrocknet? Und was bedeutet eigentlich Wiedervernässung? Zum Schluss durften wir sogar bei einer Moorbohrung dabei sein, bei der ein zylinderförmiges Bodenprofil entnommen wurde, um das Alter und die Zusammensetzung des Moors sichtbar zu machen. Es war faszinierend, eine so einzigartige Erfahrung machen zu dürfen.

Man könnte meinen, die Vegetation auf Mooren sei überflüssig, da die Tiere sie nicht fressen können, doch weit gefehlt! Dank innovativer Technologien werden die Pflanzen zu nachhaltigen Produkten wie Einwegboxen, Papier oder dekorativen Gefäßen aus Graspapier verarbeitet.

Obwohl wir so positiv beeindruckt waren und die Landschaft am liebsten noch weiter erkundet hätten, ging es zurück zum nächsten Programmpunkt. Eine Referentin hatte für uns ein spannendes Thema vorbereitet. Wir erfuhren viel über grüne Energie und zogen direkte Vergleiche zwischen verschiedenen Formen der Energiegewinnung sowie deren jeweiligen Einfluss auf das Klima. Im Fokus stand dabei die Flächennutzung im Kontext der Energiewende: Nutzungskonflikte und regionale Auswirkungen, veranschaulicht anhand von Beispielen aus südamerikanischen, aber auch weiteren Ländern. Im Anschluss vertieften wir das Thema in einer Gruppenarbeit, deren Ergebnisse wir abschließend in kurzen Präsentationen vorstellten.

Der nächste Tag begann mit dem Thema „The Great Green Wall". Während des Vortrags erfuhren wir viel über dieses beeindruckende Projekt, das den Kampf gegen die Wüstenbildung in der Sahelzone durch ein riesiges, länderübergreifendes Aufforstungsband symbolisiert. Wir sahen faszinierende Ergebnisse und bekamen dabei ein eindrucksvolles Gefühl dafür, wie mächtig die Natur eigentlich ist und wie viel durch gezieltes, gemeinsames Handeln erreicht werden kann.

Der nächste Stopp war das Walchenseekraftwerk, das zwischen 1918 und 1924 erbaut wurde und den natürlichen Höhenunterschied von rund 200 Metern zwischen dem Walchensee und dem tiefer gelegenen Kochelsee nutzt, um Strom zu erzeugen. Bei seiner Eröffnung 1924 zählte es mit einer Leistung von 124 Megawatt zu den größten Wasserkraftwerken der Welt, und noch heute gehört es zu den größten Hochdruck-Speicherkraftwerken Deutschlands. Seit 1983 steht es sogar unter Denkmalschutz als geschütztes Industriedenkmal. Es war so schön dort, dass man mit Sicherheit sagen konnte, dass es eine der schönsten Sehenswürdigkeiten der Region ist. Die Führung, die wir dort hatten, war zudem sehr informativ und vermittelte anschaulich, wie aus der Kraft des Wassers zuverlässig grüner Strom für die Region entsteht.

Zum Abschluss des Tages gab es eine Diskussionsrunde zur Ergebnissicherung der Exkursion sowie zum Transfer des Gelernten auf unterschiedliche Weltregionen.

Und dann kam auch schon der letzte Tag, an dem wir gemeinsam diskutierten, wie man selbst aktiv werden kann. Dabei ging es nicht nur um große politische Entscheidungen, sondern vor allem auch darum, dass Veränderungen bei kleinen Dingen anfangen und was jede einzelne Person im eigenen Umfeld bewirken kann, sei es durch bewussteren Konsum, Engagement in lokalen Klima- oder Umweltinitiativen, den Austausch mit anderen über das Gelernte oder auch die aktive Mitgestaltung politischer Prozesse auf kommunaler Ebene. Besonders spannend fand ich dabei, wie unterschiedlich die Möglichkeiten je nach Region und persönlichen Voraussetzungen sein können, und dass es dennoch für jede einzelne Person einen Weg gibt, einen Beitrag zu leisten.

Und damit ist unser wunderbares Seminar auch schon zu Ende gegangen. Begleitet haben uns dabei an jedem Tag die Sonne und das schöne Wetter. Die morgendlichen Wake-up-Spiele haben uns dabei besser wach gemacht als jeder Kaffee, und auch abends wurde es nicht ruhiger: Bis spät in die Nacht wurde bei Gesellschaftsspielen gelacht und diskutiert. Dazwischen blieb immer wieder Zeit für Spaziergänge an der frischen Luft, bei denen wir die wunderschöne Natur rund um Kochel erkunden konnten. Besonders in Erinnerung bleiben mir aber vor allem die vielen neuen Menschen, die ich kennenlernen durfte, und die langen, guten Gespräche bei Mittag- und Abendessen.

Ich fand das Thema des Seminars unfassbar interessant, und was ich besonders positiv hervorheben möchte, ist, dass wir immer wieder Gruppenarbeiten mit anschließenden Präsentationen hatten, ein wertvolles Training, um die eigenen Fähigkeiten in diesem Bereich weiter zu verbessern.

Und so wurde aus einer Woche voller neuem Wissen an einem wunderschönen Ort eine Erfahrung, die ich nicht mehr missen möchte – an die ich mich noch lange mit einem Lächeln erinnern werde, und die in mir den Wunsch geweckt hat, diesen Ort eines Tages wiederzusehen.
Emma Matevosyan