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Veranstaltungen 2020

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Am 28. Oktober war KED-Referent Andreas Kurschat zu Gast in der Gemeinde Hachmühlen, um über das Thema Fairer Handel zu informieren. Die Veranstaltung im dortigen Seniorenkreis fand auf Einladung durch Pastor Siebo Schott statt, der in seinen Eingangs- und Schlussworten besonderes Gewicht dar-auf legte, wie leicht jeder Einzelne Gutes tun und durch bewusste Kaufentschei-dungen Geld dorthin lenken kann, wo andere es zur Sicherung ihrer Existenz am meisten brauchen – gerade in Krisenzeiten wie jetzt.Pastorin Frauke Kesper-Weinrich sorgte für einen reibungslosen Ablauf in der schmucken St. Martini-Kirche, wo sich die nötigen Regeln zum Infektionsschutz besser umsetzen ließen als im Gemeindehaus. Da das Thema ihr selbst am Herzen liegt, bezieht sie den Kaffee für ihre Gemeinde schon seit Langem aus dem fair gehandelten Sortiment des Weltladens Hameln.Auch wenn bei dieser Veranstaltung das eigentlich geplante Kaffeetrinken leider Corona-bedingt entfallen musste, bot sich Kaffee als anschauliches Beispiel an, um zu erläutern, wie Fairer Handel funk-tioniert und warum es sinnvoll ist, ihn zu unterstützen. Eine herausragende Bedeu-tung hat Kaffee nicht nur als erstes fair gehandeltes Produkt überhaupt, das vor über 40 Jahren nach Deutschland kam, sondern auch in der heutigen, sehr brei-ten Produktpalette des Fairen Handels, zu dessen Gesamtumsatz er hierzulande aktuell rund ein Drittel beiträgt.Fotos von einer kleinbäuerlichen Genos-senschaft in Guatemala vermittelten ei-nen Eindruck davon, wie dort der Anbau von öko-fair-zertifiziertem Kaffee von-stattengeht und wie die durch den Fairen Handel erzielten Gewinne bislang schon für eine nachhaltige Verbesserung der Lebensbedingungen vor Ort verwendet worden sind. Auch ein Quiz rund um den Fairen Handel stand auf dem Programm und regte dazu an, eigenes Wissen auf die Probe zu stellen. Viele schätzten dabei z.B. ganz richtig, dass in Deutschland pro Kopf und Jahr etwa 18 Euro für fair gehandelte Produkte ausgegeben werden (während es in der Schweiz mehr als das Dreifache ist).Wie Produktsiegel und andere spezielle Zeichen die Suche nach Waren aus fai-rem Handel und allgemein aus nachhal-tiger Produktion erleichtern können, ließ sich schließlich anhand einer kompakten, in jedes Portemonnaie passenden Label-Übersicht klären, die die Teilnehmenden für künftige Einkäufe mit nach Hause nehmen konnten. Als Wegzehrung und Entschädigung für den notgedrungen entbehrten Kaffeegenuss gab es dazu noch eine Kostprobe öko-fairer „KED-Schokolade“.

Bekanntlich sind durch die Corona-Be-schränkungen in dieser Zeit einige Ver-anstaltungen schwieriger zu realisieren. Dennoch konnte am 24. September für die Kirchengemeinden Alt-Garbsen/Ha-velse/Willehadi erfolgreich ein Vortrag des KED auch mit einem interaktiven Abschnitt stattfinden. Hierzu hat Luisa Kroll, Honorarmitarbeiterin für ökofai-re Beschaffung in Kirchengemeinden, die Gemeinden im Orionhof besucht. Die Kirchengemeinden Alt-Garbsen/Ha-velse/Willehadi sind bereits sehr aktiv in Bezug auf ökofaire Beschaffung und haben in diesem Jahr den ersten Platz des „Fairen Einkaufswagens“ mit ihrem Engagement gewonnen. In einer Ar-beitsgemeinschaft zum Thema „Zukunft  Einkaufen“ arbeiten die drei Gemeinden bereits seit längerem aktiv zusammen an diesem Thema und haben beispielsweise ihren gesamten Papierverbrauch umge-stellt, es wird mit Bio-, fairen und regi-onalen Lebensmitteln gekocht, es wurde ein Hochbeet angelegt und vieles mehr. Hierbei wurden sie zuvor schon von Re-becca Neumann vom KED begleitet und beraten, welche sich jetzt in Elternzeit befindet.Obwohl die Gemeinden somit in dem Be-reich bereits zu den „Fortgeschrittenen“ gehören, war der Vortrag dennoch auch für Einsteiger im Themenbereich „fairer Handel“ geeignet. Die Teilnehmer*innen hatten sich für den Vortrag gewünscht, dass das Thema fair gehandelter Oran-gensaft vertiefend thematisiert wird. Dabei wurde speziell das Prinzip des Mengenausgleichs thematisiert und wel-chen Sinn dieser für Kleinbäuer*innen hat, um auch vom System des fairen Handels zu profitieren. Außerdem wur-de passend zu der Aktualität die Fair-trade-Prämie erläutert und weshalb die-se besonders während Corona zu einem wichtigen Instrument geworden ist, um auch in der Krise das Einkommen der Produzent*innen im globalen Süden zu sichern. Interaktiv konnten im Anschluss alle Teilnehmer*innen ihren ökologi-schen Fußabdruck berechnen und die Ergebnisse und Gedanken im Plenum be-sprechen. Daraus hat sich eine angereg-te Diskussion ergeben, aus welcher viele interessante Gedanken hervorgegangen sind.

Der KED wollte auch trotz der erschwer-ten Bedingungen durch die Abstandsre-geln mit einer kleinen Veranstaltung am 16. September im Haus die Faire Woche in diesem Jahr unterstützen. Frau Dr. Johnsdorf berichtete von der Situation der Kaffeebauern unter den erschwerten Bedingungen durch die Corona-Pande-mie in ihren Ländern und der positiven Wirkung durch die Fairtrade-Prämie. Dazu gab es Kaffee aus einer Frauen-kooperative (APROLMA) in Honduras.

Zum Abschluss der Fairen Woche veranstaltete der Kirchliche Entwicklungsdienst am 30.09.2020 eine Exkursion zur Rösterei der Hannoverschen Kaffeema-nufaktur, in deren von Nachhaltigkeit geprägte Unternehmensphilosophie unsere Gruppe einen Einblick erhielt. Es nahmen internationale Studierende sowie eine kaffeeinteressierte Küsterin teil.In Heeßel bei Burgdorf angekommen, gab es zunächst Zeit für ein erstes Kennenlernen der Teilnehmenden untereinander sowie ein Eruieren der Vorerfahrung zum Thema Konsum und Kaffee. Nach einem kurzen Input von KED-Referentin Anna Baumgarte zum diesjährigen Thema „Nachhaltiger Konsum und Produktion“ der Fairen Woche über-nahm anschließend Vertriebsmitarbeiter Bernhard Lammert, der die Gruppe mit seiner Euphorie und seinem Fachwissen zu Kaffee durch den Nachmittag geleitete und jederzeit alle Fragen der neugierigen Teilnehmenden beantwortete. Nach einer kurzen Vorstellung des seit 2012 bestehenden Unternehmens und Fakten zum Thema Kaffeekonsum weltweit und in Deutschland konnten wir die von Herrn Lammert neu erlernten Verkostungsregeln direkt anwenden und die erste von insgesamt 4 ganz unterschiedlichen Kaffeesorten am Nachmittag ver-kosten (von mild über fruchtig, schokoladig bis kräftig war alles dabei). Hier erfuhren wir, dass guter Kaffee, wenn er kalt ist, z.B. nicht bitter wird und dass Kaffee von guter Qualität niemals scharf, bitter oder brandig schmecken dürfe. Nach einem kurzen Exkurs in die Geschichte und Herkunft der Kaffeepflanze, die sich von Äthiopien über die arabische Halbinsel und später durch die Kolonial-mächte in der ganzen Welt verbreitete, ging Herr Lammert näher auf den Anbau und die Ernte von Kaffee ein. Die Unterschiede in Anbau und Ernte zwischen konventioneller, industrieller und traditioneller Weise haben einen entscheidenden Einfluss auf Geschmack, Qualität und Preis von Kaffee. Kaffee wird weltweit nach einem einheitlichen Sche-ma anhand einer Skala bis 100 Punkten bewertet. Diese Bewertung bestimmt zu einem Großteil den Preis des Rohkaffees. Ist die Kaffeequalität besonders gut, wird den Produzenten ein höherer Preis be-zahlt. Die Hannoversche Kaffeemanu-faktur hat sich auf die Herstellung und Röstung von Spitzenkaffees spezialisiert (82-86 Punkte), wovon Produzenten, das Unternehmen und die Verbraucher profi-tieren. Herr Lammert erklärte, wie nach-haltige und soziale Aspekte beim Anbau und in der Lieferkette im Konzept des Unternehmens verankert sind. So wird der Kaffee direkt und ohne Zwischen-händler von Kleinbauern oder Koopera-tiven bezogen, die auf traditionelle und biologische Landwirtschaft ohne Einsatz von Pestiziden setzen. Dadurch werden Kosten eingespart, die direkt den Kaffeeproduzenten zu Gute kommen. Zudem wird immer frisch geröstet und abge-füllt sowie ein Mehrwegsystem für die Konsumenten eingeführt, um Abfälle zu vermeiden.Im zweiten Teil zeigte Herr Lammert un-serer Gruppe die Rösterei und stellte die verschiedenen Röstverfahren und Abläufe vor. Dieser Teil war für die technisch Interessierten unter den Studierenden besonders interessant. Auch hier wurde deutlich, welche Vorteile traditionelle und schonende Röstverfahren bei bis zu 190° Grad sowohl für die Qualität des Kaffees als auch für die Gesundheit der Konsumenten haben, da schonend gerösteter Kaffee bekömmlicher ist und we-niger Schadstoffe wie bspw. Acrylamid enthält. Während wir den interessanten Nachmittag bei einer weiteren Tasse Kaf-fee ausklingen ließen, konnte ein Student seine Künste im gleichmäßigen Rösten von Kaffee an einem Handröster unter Beweis stellen. Den selbst gerösteten Kaffee konnte er anschließend mit nach Hause nehmen und genießen. Bevor es zurück nach Hannover ging, nahm der Eine oder die Andere noch die Möglichkeit wahr, frisch gerösteten Kaf-fee im hauseigenen Laden einzukaufen. Das Feedback der Teilnehmenden viel so gut aus, dass dieses Format sicherlich wiederholt wird.

Frau Baumgarte (re.) und Nathania Tulak (li.) im Gespräch am Infostand des KED aus Anlass des Weltfrauentages im Mensavorraum/Mensafoyer der MHH

Anlässlich des Internationalen Frauen-tages war der Kirchliche Entwicklungs-dienst der ev.-luth. Landeskirchen in Braunschweig und Hannovers (KED) am 06.03.2020, wie auch in den letzten Jahren, mit einem Informationsstand an der Medizinischen Hochschule Hanno-ver (MHH) präsent. Die KED-Referentin Anna Baumgarte und die Studierenden Nathania Tulak und Momen Srour begrüßten die Studie-renden und Mitarbeiter*innen der Medi-zinischen Hochschule von 11 bis 14 Uhr im Vorraum der Mensa mit fairen Rosen sowie Flyern und anschaulichem Infoma-terial zum fairen Blumen- und Pflanzen-anbau von Fairtrade Deutschland. Schnittblumen und insbesondere Rosen, die gerne zum Frauentag verschenkt wer-den, sind ein gutes Beispiel dafür, was der Faire Handel für die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Arbeiter*innen im globalen Süden bewirken kann. Denn ungefähr die Hälfte der Beschäftigten auf Blumen- und Pflanzenfarmen sind Frau-en. Die fairen Rosen, die vor allem aus Ostafrika und Ecuador kommen, tragen u.a. zu verbesserten Arbeitsbedingungen, fairen Löhnen sowie festen Arbeitsverträ-gen und Mutterschutz bei. Darüber hin-aus werden Prämiengelder von Fairtrade-Organisationen eingesetzt, um z.B. die finanzielle Unabhängigkeit von Frauen zu fördern. Über diese positiven Verände-rungen des Fairen Handels wie auch die Rolle des individuellen Konsumverhal-tens informierten wir an unserem Stand und stießen dabei auf reges Interesse.