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Veranstaltungen

Mit unseren Veranstaltungen geben wir Raum für Informationen, Diskussionen, Austausch und Begegnung

Veranstaltungen aus 2018

Lola Amaria (Mitte) mit Organisationsteam und Gästen im Kino im Sprengel.
Lola Amaria (Mitte) mit Organisationsteam und Gästen im Kino im Sprengel. Bild: KED

Lebenswelten junger Frauen in Indonesien standen im Mittelpunkt eines Filmabends mit der indonesischen Schauspielerin, Regisseurin und Produzentin Lola Amaria am 26. April im Kino im Künstlerhaus und einer weiteren Veranstaltung mit ihr am 27. April im Kino im Sprengel in Hannover. Eingeladen hatte der deutsch-indonesische Verein BUGI – Bildung und Gesundheit für Indonesien e.V. mit finanzieller und organisatorischer Unterstützung durch den KED.
„Kisah 3 Titik“ (Die Geschichte von den drei Titiks) erzählt vom Arbeitsalltag weiblicher Beschäftigter in der indonesischen Bekleidungsindustrie. Eine schwangere Arbeiterin leidet darunter, dass ihr Betrieb keinerlei Sozialschutz gewährt. Eine Angestellte setzt sich für ein Ende der Kinderarbeit in ihrer Fabrik ein und wird daraufhin entlassen. Eine Managerin (gespielt von Lola Amaria) macht sich mit Reformvorschlägen zum Wohl der Belegschaft unbeliebt bei ihren nur am Profit interessierten Vorgesetzten. Eindringliche Bilder vom Schicksal der drei Frauen, die den gleichen Vornamen Titik tragen, regen zum Nachdenken über Produktionsbedingungen und Konsumgewohnheiten an.
„Labuan Hati“ (Hafen der Herzen) zeigt auf unterhaltsame Weise, wie zwei Touristinnen aus Jakarta (eine gespielt von der in Hannover geborenen Nadine Chandrawinata) im Tauchurlaub Bekanntschaft miteinander machen und zusammen mit ihrer Reiseleiterin und ihrem Tauchlehrer nicht nur die Wildnis der Natur um die Insel Komodo herum, sondern auch die Wirrnis in ihrem eigenen Innern erkunden. Miteinander und teilweise auch in Konkurrenz zueinander loten die Frauen ihre individuellen Entfaltungsmöglichkeiten im Horizont gesellschaftlicher Normen aus.
Lola Amaria betonte im Gespräch mit dem Publikum, dass ihr im Filmgeschäft ihre Unabhängigkeit sehr wichtig sei. Im Fall von „Kisah 3 Titik“ ist ihr das Kunststück gelungen, mit Fördermitteln der damaligen indonesischen Regierung einen Film zu produzieren, der deren Wirtschafts- und Sozialpolitik nicht gerade im besten Licht erscheinen lässt. Die Frage, ob sie nicht gewisse inhaltliche Zugeständnisse an die beteiligten politischen Institutionen hätte machen müssen, beantwortete sie mit einem klaren Nein: „Otherwise I wouldn’t have been the right person.“
Der Verein BUGI stellte bei den Filmabenden sein aktuelles Projekt vor: den Bau einer sanitären Anlage mit begleitenden Maßnahmen zur gesundheitlichen Aufklärung in Semarang (Zentraljava). BUGI-Vorsitzender Anindya Krishna Siddharta warb dafür um Unterstützung.

Andreas Kurschat

Am 05.04.2018 lud das International Office der Leibniz Universität Hannover (LUH) ein, die neuen internationalen Studierenden des Sommersemesters 2018 zu begrüßen. Neben dem International Office selbst und dem Erasmus Student Network (ESN) war auch der Kirchliche Entwicklungsdienst der ev.-luth. Landeskirchen in Braunschweig und Hannovers (KED) mit einem Infostand im Foyer des Hochschulbüro für Internationales vertreten. Durch Flyer und anschauliches Infomaterial hatten die Studierenden die Möglichkeit, sich über die Arbeit des KEDs zu informieren und andere entwicklungspolitische Bildungsmöglichkeiten außerhalb der Uni kennenzulernen. Zwischen 14 und 15 Uhr nahmen etwa 150 Studierende das Angebot an und füllten rege das Foyer. Auch der E-Mail Verteiler des KEDs für künftige Info-Abende wurde fleißig gefüllt und ein großes Interesse der Studierenden zu den Themen Fairer Handel und Agenda 21 bekundet. Als Anregung für eine nachhaltige, sozial und ökologisch verantwortungsvolle Lebensweise gab es kleine Kostproben fair gehandelter Produkte.

Charlotte Lohmann, KED Praktikantin

Aktivitäten der politischen Kampagnen- und Bildungsarbeit wurden kritisch reflektiert und rege diskutiert. Bild: KED

Am 21. März fand in der Kirchengemeinde St. Thomas im Heidberg erneut ein Vernetzungstreffen der Weltläden statt. Mit insgesamt 9 Weltläden, darunter auch ein Weltladen aus NRW, sowie zwei Fair-Handelsimporteuren und weiteren Fair-Trade-Engagierten, war der Gemeindesaal schnell und mit viel Leben gefüllt.
Zwei Themenschwerpunkte bildeten den Hintergrund für dieses Treffen, zu dem der KED und Fair in Braunschweig e.V. gemeinsam einluden. Im ersten Teil ging es um nichts Geringeres als die künftige strategische Ausrichtung des Weltladendachverbandes und seiner Arbeit für und mit den Verbandsmitgliedern. Daher stiegen wir nach einer kurzen Begrüßungsrunde mit Steffen Weber, Geschäftsführer des WLDV, und seiner Präsentation des Strategieentwurfs 2023 in das Thema ein. Darin ging Herr Weber auf essentielle Fragen ein, die die Weltläden schon seit längerem beschäftigen: Welche Gewichtung kommt künftig den drei Säulen Bildungsarbeit, politische Arbeit und dem Verkauf zu? Wie kann der Generationswechsel geschafft werden? Und: Wie kann die eigene wirtschaftliche Entwicklung gesichert werden? Im Anschluss an die Präsentation wurde dementsprechend leidenschaftlich und ausführlich diskutiert. Auch nach Abschluss der Diskussionsrunde stand Herr Weber weiterhin für Fragen zur Verfügung, die ein Zeichen dafür sind, wie stark die überwiegend ehrenamtlich Aktiven ihren Weltläden verbunden sind und wie hoch ihr Einsatz dafür ist, dass die Weltläden auch weiterhin eine echte Alternative zum konventionellen Handel bleiben. Herr Weber seinerseits beteuerte, die Stimmen der Basis aufzufangen und sie in den finalen Strategieentwurf 2023 des WLDV einzuarbeiten. Auf der Mitgliederversammlung des Weltladen-Dachverband e.V. am 10. Juni dieses Jahres wird er das finale Produkt der neuen Strategie für die Weltläden präsentieren.
Nach einer kurzen Pause und Stärkung bei fair gehandeltem Kaffee und Kuchen ging es mit Martin Nötzel (KED) in den 2. Teil des Veranstaltungstages. Welche Aktivitäten haben wir in den vergangen 9 Monaten realisiert? Dazu wurden Beispiele vorgestellt. In einer Tischgruppenphase wurden die öffentlichkeitswirksamen Aktivitäten gemeinsam reflektiert. Die Ergebnisse wurden vorgetragen und spiegelten ein großes Spektrum an unterschiedlichsten Ideen wider. Diese reichten von Kooperationsformen im Bereich Wirtschaft- und Finanzwesen über Bildungsveranstaltungen mit Schulklassen, bis hin zu punktuellen Aktivitäten wie einer Handysammelaktion und wurden, sowohl von angestammten Kunden als auch neuen Fairhandelsinteressierten, überwiegend gut wahrgenommen. Der dadurch erzeugte PR-Effekt und die damit verbundene Umsatzsteigerung – darin war sich der Großteil der Teilnehmenden einig – sei allerdings eher kurzfristiger Natur.
Dass die Weltläden jedoch über viel Kreativität und ein hohes Engagement verfügen, stellten sie in ihren Erfahrungsberichten allemal unter Beweis. Wie z.B. als Regina Schwarz-Weiß vom Weltladen Peine begann über das bevorstehende Radiointerview in der „Plattenkiste“ des NDR zu berichten. Im Anschluss daran präsentierte Johann Braun, ebenfalls aus Peine, noch die Ergebnisse seiner Arbeit für den dortigen Weltladen im Bereich „Neue Medien“. Er erläuterte seinen KollegInnen sehr detailliert, welche Vor- und Nachteile Facebook, Pinterest, Instagram und Co. für die eigene Organisation, Neukundenwerbung oder einfach nur die Eventankündigung und deren Dokumentation mit sich bringen. Vor allem aber konnte hierbei die Frage aufgeworfen werden, ob sich den Weltläden mit dem Schritt in den digitalen Raum nicht auch die Chance biete, ihrem Modernisierungsbedarf selbst nachzukommen, ihre Reichweite bei politischen und Bildungskampagnen zu vergrößern und die junge Generation besser ansprechen zu können. Zwar stand man den neuen Medien teilweise recht kritisch gegenüber, nicht aber ihrer reduzierten und gezielten Verwendung im Rahmen der Weltladenarbeit, so dass es dazu beim nächsten Treffen auch ein Workshopangebot geben könnte.

Martin Nötzel

Bild: KED

Welchen Beitrag kann Bildung zur Entwicklung eines Landes leisten?
Welche Bereiche von Bildung sind für den Wohlstand eines Landes unerlässlich? Schulbildung, Berufsausbildung, religiöse Bildung, politische und kulturelle Bildung? Wie können diese Bereiche im Rahmen eines politischen Konzepts eines Landes etabliert werden?
Diesen Fragen soll am Beispiel Nigerias nachgegangen werden.

Referent: Dr. John Akude
Moderation: Dr. Cornelia Johnsdorf